Die dunkle Bibliothek III

Chamuckyja / der Wissensstein

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In der dunklen Bibliothek / Teil III / I

Es war faszinierend schön und unheimlich zugleich, wie wir alle in der Halle des Wissens standen, … mit offenen Mündern voller Staunen und Ehrfurcht.

Die beiden Ritter des Lichts sicherten uns und so konnten wir das Unbekannte in uns aufnehmen, … das geheimnisvolle Leuchten und gleichmäßige Summen der dunklen Bibliothek verzauberte uns vollkommen.

Wir waren am Ziel, … ich holte das Omnichron hervor und wir begannen einen Chamuckyja ( Wissensstein) zu suchen. Es waren die meisten beschädigt, aber Ceria, die Magierin in unserem Forscherteam, fand einen besonders schönen Stein, … als sie mir den Stein reichte blieb mir fast das Herz stehen.

Einen  Wissensstein in den eigenen Händen zu halten ist etwas anderes als nur darüber zu lesen, … vorsichtig betrachtete ich ihn und seine gewachsene Schönheit. …. Was ist sein Geheimnis, was wird er uns erzählen?

Thorglus

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In der dunklen Bibliothek / Teil III / II

Mit dem Wissensstein in der Hand suchten wir in der  Halle des Wissens einen Platz wo wir uns setzen konnten. In der Nähe der Lichtquellen fanden wir auch steinerne Bänke und Tische, die wohl schon die Wächter des Wissens benutzen, um hier mithilfe von Meditation in Kontakt mit den Steinen zu treten.

Vorsichtig stellte ich den kostbaren Wissensstein auf die massive Tischplatte und überlegte, aus was für Informationen er gewachsen war. Die Wächter erkannten schon an der Struktur des Steines was für Wissen in ihm schlummerte.

Der Obere Teil über der Basis musste das Wissen enthalten und er sah aus wie viele kleine Säulen, die teilweise vergoldet waren. Ich nahm das Omnichron  fest in beide Hände und konzentrierte mich auf den Stein. Es herrschte Stille, bis auf das leise Summen der Beleuchtung, dann begann etwas zu surren und es war das geheimnisvolle Getriebe des Omnichron, das sich jetzt in Bewegung setzte.

Erst begann das metallische Gehäuse des Omnichron leicht bläulich zu schimmern, dann strahlte es immer heller und kleine Äste aus reiner Energie streckten sich dem Wissenstein entgegen. Es zischte und krachte leicht, als die Blitze die Verbindung mit dem Stein herstellten.

Plötzlich fuhr eine Lichtsäule aus dem Oberteil des Omnichron und wurde zu einer Kugel mit dem Durchmesser einer halben Drachenlänge, die vor uns schwebte. Die blaustrahlende Kugel wurde durchsichtig und ein Bild einer Stadt / eines Landes erschien, dazu begann eine Stimme in der Sprache der  Yauang Suul  zu sprechen.

“Sehgat erlosy Thorglus, inary fetolt”

Da ich die Sprache der Yauang Suul aus Büchern kannte, konnte ich meinen Forscherfreunden alles übersetzen.  “Thorglus die Welt der Säulen” Und tatsächlich sahen wir Säulen in verschiedenen Größen und eine faszinierende Landschaft dazu. Die Stimme erzählte von der Entstehung dieser Welt mit fantastischen Bildern, … das es telepathisch begabte Lebewesen aus Stein waren die in der Form von Säulen wuchsen und aus dem Boden Mineralstoffe dafür aufnahmen. Als der Boden ausgelaugt war starben auch die Wesen und es wurde daraus ein lebloser Planet.

Am Ende waren wir erschöpft von der uns ungewohnten Präsentation und als das blaue Leuchten erlosch und wieder Stille einkehrte, auch etwas traurig über die leblose Welt, die verlassen irgendwo im All schwebte.

Saranoga

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In der dunklen Bibliothek / Teil III / III

Ich stellte den Wissensstein von Thorglus auf ein noch leeres Steinregal und da es schon spät war, gönnten wir uns eine Ruhepause in der Halle des Wissens . Wir packten unsere Schlafsäcke aus, besprachen die Schichten der Nachtwache und legten uns schlafen.

Nach einem allgemein unruhigen Schlaf und einem kleinen Frühstück beschlossen wir noch einige weitere Wissenssteine mit dem Omnichron auszulesen.

Dieses mal  suchte Thakai Houshura einen Stein aus. Über seiner Basis befanden sich eine Art goldener Pyramiden mit blauen Streifen. Er aktivierte das Omnichron und nachdem die Verbindung zum Wissensstein hergestellt war,  übersetzte ich  wieder die Erklärungen zum Hologramm das vor uns schwebte.

Es war die Welt der Pyramiden “Saranoga”. Auf den Knotenpunkten der stark ausgeprägten Energielinien dieser Welt standen goldglitzernde Pyramiden, sie bündelten die Energie und leiteten sie weiter.

Das Hologramm zeigte ein faszinierendes  Bild, wo sich Energieadern durch Landschaften zogen bis zu den Städten, deren Grundfeste aus dem Boden wuchsen um die Stadt selbst zu tragen.

Man konnte ein stetiges Summen im Wind vernehmen, darüber ein leicht verschleierter Sternenhimmel mit einem hellen funkelnden Stern. Wir erfuhren noch das die Bewohner Baumeister waren, mit großem Wissen über die Funktionsweise des energetischen Gitternetzes das ihren Planeten umspannt und dies auch nutzten, ohne die Energie aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Am Ende der Vorführung waren wir dieses mal erleichtert zu sehen, das es auch Bewohner gab, die vernünftig mit ihrer Heimatwelt umgingen und hofften das sie noch existierte.

Die dunkle Vorahnung

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In der dunklen Bibliothek / Teil III / IV

Nachdem wir den Wissensstein von Thorglus ausgelesen hatten, besprach unsere kleine Gruppe ihr weiteres Vorgehen.

Unsere Gruppe, das waren unsere Beschützer, die zwei Ritter des Lichts, Ceria die Magierin, Leila unsere Heilerin, Thakai Houshura der Wissenschaftler und ich als Schreiber und Sprachgelehrter.

Da es nach unseren Uhren inzwischen Mittag sein musste, beschlossen wir noch etwa zwei Wissenssteine zu “lesen” dann nochmal in der  Halle des Wissens  eine Nacht zu verbringen und uns nach dem Frühstück auf den Rückweg zu machen.

Wir hielten gerade nach Wissenssteinen Ausschau, als Leila zwischen einigen Schuttbergen verfallener Steine einen Durchgang entdeckte. Wir eilten zu ihr und waren der Ansicht, den schmalen Gang weiterzuverfolgen. Ein Ritter des Lichts blieb als Wache zurück und wir nahmen unsere wichtigsten Utensilien für die Erforschung mit.

Nach etwa 20 Drachenlängen im schmalen dunklen Gang öffnete sich vor uns eine riesige Halle mit faszinierenden Säulen, alles in einem unheimlich rötlichen Leuchten. Leila, die ein untrügliches Gespür für Schwingungen aller Art hatte, deutete uns an, erstmal stehen zu bleiben. Ceria begann alle Richtungen mit einem Amulett nach fremder Magie abzusuchen.

Uns allen war sehr seltsam zumute und jeder war angespannt. Mich fröstelte leicht, obwohl es feurig hell hinter den Säulen hervorleuchtete und ich auch so etwas wie Rauch oder Dampf bemerkte … sollten wir weitergehen?

Zoltack

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In der dunklen Bibliothek / Teil III / V

“Nichts, … absolut keine Magie, eigentlich unmöglich hier im Drachenland” sagte Ceria. Damit hatten wir nicht gerechnet, auch Leila zuckte nur mit den Schultern, “neutrale Schwingungen ” hörten wir von ihr.

Erneut begann eine Diskussion, wärend die beiden Frauen eher für eine Umkehr stimmten, hatte Thakai und mich der Forscherdrang gepackt. Auch unser Beschützer war in Erkundungslaune. So gingen wir alle vorsichtig vorbei an den riesigen Säulen, deren 0beres Ende im Dunst verschwand.

Wir marschierten über seltsame fraktale Formen aus Metall und waren wieder guter Dinge.  Die beiden Damen machten schon wieder Witze über uns Männer und das wir wohl bald alle Hörner von unserer Besserwisserei bekämen und nie eine Ehefrau. Wir dachten uns nur, dass diese Spaßbremsen wohl auch nicht besser dran wären, wobei wir wussten, das wir ein Glück hatten, mit so tollen Begleiterinnen unterwegs zu sein.

Vor lauter Reden hatten wir gar nicht bemerkt, dass sich die Halle verändert hatte. Als ich zu Thakai etwas sagen wollte, erschrak ich, … es lief Blut aus seiner Nase. Ich wollte mich noch zu Leila umdrehen, in dem Moment zog es mir die Füße weg und ich fiel zu Boden. Im Liegen hörte ich Ceria irgend etwas rufen und unser Beschützer lag verkrümmt auf dem Metallboden, schrie und zuckte wie verrück. Ich bekam irrsinnige Kopfschmerzen und hörte ein lautes Kreischen, dann sah ich nur noch ein riesiges seltsames Gebilde mit zwei hellen Kugeln vor uns, bevor ich das Bewusstsein verlor.

Zoltack / Scohrunay

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In der dunklen Bibliothek / Teil III / VI

Mein Kopf hämmerte als ich erwachte. Kühler Wind bließ mir ins Gesicht und der Nebel vor meinen Augen lichtete sich. Ich sah eine gigantische Konstruktion vor mir. Um meinen Hals baumelte ein Anhänger mit Runen (ein Heilanhänger von Leila) und meine Hände waren voller Blut. Unter Stöhnen richtete ich mich auf und hätte Leila mich nicht gehalten, wäre ich in die bodenlose Tiefe gestürzt.

Ich sah mich um und entdeckte meine Freunde verstreut auf breiten Trägern sitzen. Es erging ihnen nicht besser, nur Ceria schien als einzige fit zu sein. Sie diskutierte gerade mit dem Ritter des Lichts, den es wohl am schlimmsten erwischt hatte. Zahlreiche Verbände zierten diesen riesigen Mann und ich sah mehrere blutende Stellen an seinem Körper, der jetzt mit Nähten übersät war.

Dann erzählte mir Leila, die ihre Heilertasche vor sich hatte und sich gerade selbst verarztete, was laut Ceria vorgefallen sein musste.

Wir waren in ein mehrdimensionales Energiegitter geraten. Da die Frauen hinter uns waren, betraf sie es nicht ganz so schlimm. Die Magierin rief uns zu, wir sollten zu ihr kommen. Sie hatte einen Energieschild um uns gelegt, der aber am Rand schwächer wurde und hätte uns Leila nicht hineingezogen gäbe es uns wohl nicht mehr.

Wir waren jedenfalls nicht mehr in der Halle des Wissens, nicht mehr in der dunklen Bibliothek und nicht mehr in Drachenland. Langsam kam mir ein ungeheuerlicher Verdacht. Im Buch über die Wächter des Wissens stand, das sie über Zoltackanlagen verfügten. Tief im Gestein verborgen versorgten sie nicht nur die Bibliotheken mit Energie, sondern waren auch ein Transportersystem von enormer Reichweite, das in der Lage war, in Nullzeit Lasten oder Lebewesen sogar zwischen Galaxien zu befördern.

Die benötigten Energiemengen konnten nur durch das Anzapfen von anderen Dimensionen erreicht werden, aber für mich war das alles komplett unverständlich, da es so etwas im Drachenland nicht gab. Wir mussten durch Zufall in die Zoltackanlage der Bibliothek durch den teilweise verfallen Gang gekommen sein und wahrscheinlich war die ganze Anlage schon beschädigt oder funktionierte nur noch fehlerhaft. So sind wir aus Versehen über irgendwelche Energieleiter gestolpert und haben eine Katastrophe ausgelöst, die uns zum letzten Verbindungspunkt katapultierte. Vor diesen mörderischen Kräften schützte uns nur das Energiefeld unserer Magierin.

Mich würde nicht wundern, wenn es die Welt der Wächter (Scohrunay) wäre, auf der wir uns befanden. Immerhin, wir lebten noch…

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