Fauchtnichtgut

Der Palast des “Fauchtnichtgut“

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Unser Nachbar “Fauchtnichtgut“ wohnt etwas unter uns am Drachenhügel.
Er ist ein seltsamer Drache der nicht gut fauchen kann,
als Ausgleich dafür, hat er sich einen abstrakten Bonzenpalast hingestellt.

Er grüßt nicht, klaut die Post, wirft Müll in unseren schönen Lavasee
und trifft sich mit zwielichtigem Gesindel.

Hier hab ich mal ein Foto gemacht von seinem Protzbau

“Himmelwärts“

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Eigentlich hatte mein seltsamer Drachennachbar “Fauchtnichtgut“ seinen Palast so geplant, wie dieser Entwurf es zeigt.

Ein befreundeter Architekt “Drastol Grimmeck“ erzählte mir diese Geschichte bei unserem letzten Stammtischtreffen im “Drachenschnapper“. Dort treffen sich einmal die Woche die Mitglieder der Kunstgilde unserer Umgebung und natürlich auch mein Schreiber.

Fauchtnichtgut hatte, nachdem er plötzlich hier auftauchte, große Pläne
und protzte schon am Anfang, er sei der neue Herr des Drachenhügels und werde einen Palast bauen, der uns wörtlich alle in den Schatten stellen würde.

Aber nachdem die ersten Arbeiten erfolgsversprechend begannen, sah man immer mehr zwielichtige Gestalten auf der Baustelle und es wurde immer mehr gefeiert und Drachenlieder gesungen, die schon unterste Schublade waren.
So grölten sie Lieder wie:
… Drachenmaid, tschaka, tschaka, ich hab Schneid, bin der größte Drachenstecher weit und breit, tschakabumm … oder … Ich stampfe alle Nachbarn ein, trallala, mein Palast wird der größte sein, trallali und Drachenfeuer den ganzen Tag, weil ich mich selber am liebsten mag, lala ….

Drastol Grimmeck erhielt kein Geld mehr und seinen Posten als Architekt nahm ein glitschiger Schleimdrache ein, der den ganzen Tag mit zwei Drachendamen um Fauchtnichtgut rumwuselte und Drachenfeuer trank.

So war es nicht verwunderlich, das sein Palast ein abstraktes, wackeliges Bauwerk wurde und keiner traut sich mehr in die Nähe des schwankenden Gemäuers …

Und es wurde viel getuschelt um Fauchtnichtgut …

Im Drachenschnapper

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Meine Künstlerfreunde und ich saßen wieder mal beim Stammtisch im Drachenschnapper und diskutierten über die langweiligen Bilder unseres Freundes Hora Daltos. Er war natürlich nicht begeistert, grins :-)
Aber mit seinen Blümchenvasen, die nur schwer als solche erkennbar waren, denn sie waren windschief und meistens lia mit hellgrünen Streifen, konnte er keinen Kunstfreund begeistern. Er behauptete, das sei die neue Kunstrichtung, … ja klar! … wir wussten alle, dass es eher an dem teuflischen Tabak lag. Einer geheimnisvollen Mischung von seinen Vorfahren, den er täglich genoss und seine Umgebung dabei mit grünlichem Rauch einnebelte.

Und so kamen wir nach einigen Krügen Drachenmet auf unser Lieblingsthema,
… den seltsamen Drachen Fauchtnichtgut …
Inzwischen wackelte sein Pfuschpalast unter ständigem Ächzen gefährlich hin und her. Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis es “rummste“.

Auch sah man den schleimigen Architekten mit seinen zwei aufgetakelten Drachendamen nicht mehr und auch keine finsteren Gesellen die miteinander mauschelten. Eigentlich war gar nicht’s mehr los auf seinem Grundstück. Ja, er klaute auch keine Post mehr und warf den Müll nur vor seinen Eingang und nicht mehr in den Lavasee. Nur in der Nacht sah man ihn um meine Drachenhöhle schleichen und wirres Zeug vor sich hinreden, wobei er immer wieder kicherte. Es klang wie “Chraragliumch“, aber er hustete immer und zuckte, deshalb traute sich auch keiner ihn anzusprechen.

Das Tarangilium

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Nachdem die Stimmung im Drachenschnapper ihren Höhepunkt erreicht hatte und auch schon einige Blumenvasenbilder Opfer versehentlicher Faucher geworden waren, ging ich mit meinem Schreiber Thorwald etwas an die frische Luft, denn inzwischen hatte Hora Daltos damit begonnen, mit seinem teuflischen Tabak alles grünlich einzunebeln und wir mussten schon übelst husten, äh .. fauchen, was auch die angekokelten Vasenbilder erklärte, … aus Versehen natürlich, klar :-)

Unseren Drachenmet hatten Thorwald und ich mit nach draußen genommen und wir sprachen ausgelassen über unsere Abenteuer, als ich auf die tolle Idee kam, genau jetzt dem Palast des Fauchtnichtgut einen Besuch abzustatten.

Welch glorreiche Idee!!
Wir waren begeistert und machten uns singend auf den Weg.
Auf halber Höhe des Drachenhügels befand sich ein breiter Vorsprung und da stand er auch schon ächzend und schaukelnd vor uns, der Pfuschpalast.
Unheimlich hoch kam er uns in der Dunkelheit vor und im Mondenschein wirkte er tatsächlich wie ein riesiges Ungeheuer, das sich bald auf uns stürzen würde.

Wir schluckten und unsere Idee fanden wir beide jetzt nicht mehr so gut, aber was wäre ein Al Drachos mit seinem abenteuererprobten Schreiber, wenn sie jetzt aufgeben würden?
Also erst dem stinkenden Geruch nach zum Eingang geschlichen, dort lag der Müll von Wochen, … würg … uns wurde übel und wir hielten uns die Nasen zu. Dann standen wir vor dem riesigen Steintor, es stand sogar einen kleinen Spalt offen und ein Licht schimmerte hindurch.

Egal, wir rissen uns zusammen und traten aufrecht dem Ungewissen entgegen.
Nach der Eingangshalle gingen wir dem Lichtschein entgegen der aus einem Zimmer kam und inzwischen hörten wir auch das wirre Kichern und Gestammel des Fauchtnichtgut immer lauter, je näher wir der offenen Tür kamen. Ein mächtiger Marmortisch stand da, mit massiven Kerzenleuchtern, die eine armselige Gestalt in zerrissener Kleidung beleuchteten. Man erkannte Fauchtnichtgut fast nicht mehr.
Er registrierte uns gar nicht, als wir zu ihm und dem geheimnisvollen Objekt traten, das er verkrampft in den Händen hielt und immer wieder “Chralitiumch echnosch” … stammelte.

Zuerst traf es Thorwald wie ein Blitz, dann mich! Wir beide erschraken selbst, als wir gleichzeitig das Wort riefen: “Tarangilium“

Ich kannte es nur als Zeichnung in dem Bericht meines Schreibers aus der dunklen Bibliothek oder besser, von dem Abenteuer, das Thorwald mit seinen Freunden vor einiger Zeit dort erlebt hatte.
Aber Thorwald hatte es selber damals in seinen Händen gehalten auf ZOLTACK / SCOHRUNAY und es war die Rettung der kleinen Gruppe.

Rückblick Zoltackanlage auf Scohrunay

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Thorwald mein Schreiber und ich blickten entsetzt auf das unheimliche Schauspiel vor uns.
Fauchtnichtguts Gesicht wirkte im flackernden Kerzenlicht noch unheimlicher und das Hallen
seines wirren Kicherns verursachte bei uns eine Gänsehaut.
Die Metbecher waren uns aus den Händen gefallen und am Steinboden zerbrochen,
ohne das wir es gehört hätten.

Ich fühlte mich in meine Drachenhöhle versetzt, wo mir vor einigen Jahren Thorwald den Bericht
über die “dunkle Bibliothek” vorbeibrachte und wir gemeinsam den Ausflug der kleinen Gruppe besprachen.
(Die kleine Gruppe waren ihre Beschützer, die zwei Ritter des Lichts, Ceria die Magierin, Leila die Heilerin,
Thakai Houshura der Wissenschaftler und Thorwald als Schreiber und Sprachgelehrter.)

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit Bannrunen, magischen Feldern und dem metallischen Giganten,
könnten sie, nachdem sie einen Code geknackt hatten, in die dunkle Bibliothek eintreten.
Nach ergreifenden Eindrücken dieses fremdartigen Bauwerks war ein weiteres Rätsel zu lösen
und sie fanden das sagenhafte Omnichron, mit dem sie in der Lage waren die “Wissenssteine”,
in der das Wissen der “Wächter” gespeichert war, auszulesen.

Bei der Suche nach unzerstörten Wissenssteinen stießen sie auf einen Gang,
der die Gruppe in eine gigantische Säulenhalle führte.
Dort geschah das Unglück! Es war ihnen nicht bewusst, dass sie sich in einer Zoltackanlage befanden.
Tief im Gestein verborgen versorgte sie nicht nur die Bibliothek mit Energie, sondern war auch
ein Transportersystem von enormer Reichweite, das in der Lage war, in Nullzeit Lasten oder Lebewesen
sogar zwischen Galaxien zu befördern.

Sie waren in ein mehrdimensionales Energiegitter geraten. Die Magierin Cera hatte einen Energieschild um die Gruppe gelegt,
der allen das Leben rettete. Durch ihren und den Einsatz der Heilerin Leila überstanden sie die Reise einigermaßen
und sie fanden sich auf der Welt der Wächter (Scohrunay) wieder.

©AR 2016

Der geheimnisvolle Tempel

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Nachdem die Gruppe auf Scohrunay gegessen und sich einigermaßen erholt hatte,
besprach Thorwald mit seinen Freunden das weitere Vorgehen.

Leila sollte hierbleiben und sich um den immer noch verletzten Ritter des Lichts kümmern,
während Thakai die Lage erkunden und versuchen sollte, den Hauptraum der Anlage hier zu finden.
Thorwald wollte derweilen mit Ceria weiter unten die Gegend erforschen.

In einer Energieblase, geschaffen von der Magierin, schwebten sie nach unten, wo ihnen ein
tempelartiges Bauwerk auffiel und sie mit dessen Erkundung begannen.
Es war schon halb verfallen, aber nach einiger Zeit fanden sie doch mehrere intakte Hallenteile.
Es war ein abgetrennter Raum der sie neugierig machte, reich mit Malereien und Mustern verziert,
uralte Bücher und eigenartige Gegenstände aus goldfarbenem Metall lagen verstreut umher.
Aber ein Teil des hohen Raumes war wie eine Behausung mit Bett, Tisch und Stühlen eingerichtet.

Auf dem massiven Holztisch lagen zwei Bücher und auf einem kleinen Marmorsockel stand
ein eigenartiges Gebilde, dessen Bedeutung uns erst nach dem Studium der Bücher klar wurde.

Es handelte sich um ein “Tarangilium”, ein Artefakt, mit dem man eine Traumreise zu einem
beliebigen Ort unternehmen konnte. Das besondere daran war allerdings, wenn man die nötige
Wissenskraft hatte, war man dann tatsächlich an diesem Ort. Es gab auch mehrere Nachteile.
Das Artefakt konnte nur von einem Wesen benutzt werden und danach musste es Jahre mit
geistiger Energie erneut aufgeladen werden. Dazu kam, dass es seinen Benutzer geistig schädigte,
indem es Erinnerungen abzog, so wurde dieser nach einiger Zeit verrückt.

Außer, man war nicht ganz von dieser Welt und dadurch immun ….
…. wie Thorwald mein Schreiber, er lebte in zwei Welten, in der Welt der Fantasie
wo er als mein Schreiber und Forscher tätig war und in der realen Welt,
wo er dafür zuständig war durch die besonderen Bücher den Kontakt
der realen und der Fantasiewelt herzustellen.

Also gab es eigentlich nur eine Möglichkeit,
Thorwald musste versuchen, mit dem Tarangilium ins Drachenland zurückzukehren
um den Defekt der Zoltackanlage in der dunklen Bibliothek zu beheben
und die Gruppe zurückzuholen.
Mithilfe des zurückgebliebenen Ritter des Lichts konnte ihm das gelingen.

Die Gruppe hatte unglaubliches Glück und der Plan funktionierte,
alle kamen bis auf kleine Blessuren gesund zurück. Die dunkle Bibliothek wurde unter
die Aufsicht der Ritter des Lichts gestellt und es wird dort immer noch geforscht.

Was aber damals noch passierte, erzählte uns Ceria.
Nachdem Thorwald in einem Energiewirbel verschwunden war, stand das Tarangilium
immer noch auf dem Marmorsockel. Jetzt ohne Energie und musste erst wieder von
jemandem aufgeladen werden. Als sich Ceria überlegte, ob sie das Artefakt gefahrlos mithehmen
konnte, stürzte ein wild schreiender Drache in den Raum und sie konnte gerade noch fliehen,
als seine Flammen auf Ceria zuschossen.
Die Magierin wollte es nicht auf einen Kampf ankommen lassen und kehrte zu den anderen zurück,
wo sie im Hauptraum der Anlage auf den Rücktransport warteten.

Wieder im Palast des Fauchtnichtgut

Ich schaute Thorwald an und er mich, und in diesem Moment begriffen wir beide, wer der Drache damals war und dass dieser für Jahre dort festsaß, bis das Artefakt genug Energie hatte, auch ihn zurückzubringen, was ihn aber verrückt werden ließ.

©AR 2016